Methodentag am FEG
Zu den wichtigsten Aufgaben der Schule gehört es, die Selbstständigkeit und die Selbsttätigkeit der Schüler zu fördern. In besonderer Weise dienen die offenen Unterrichtsformen diesem Ziel. In projekt- und produktorientierten Ansätzen, in Form von Freiarbeit oder dem Lernen an Stationen beispielsweise ermöglichen sie es den Schülern, selbstständig und eigenverantwortlich fachliche Inhalte zu erarbeiten. Eigenständiges Arbeiten erfordert jedoch ein Spektrum von Methoden und Techniken. So muss ein Schüler z.B. wissen, wie man einen Text systematisch auswertet oder ein gängiges Nachschlagewerk nutzt.Die offenen Unterrichtsformen und die Vermittlung von Lerntechniken haben am FEG eine langjährige Tradition. Schon Mitte der neunziger Jahre wurde in Klasse 5 und 6 die Freiarbeit verpflichtend eingeführt und mit einer Lern-AG die Möglichkeit geschaffen, das "Lernen zu lernen". Dem Ziel, den offenen Unterricht und damit schülerzentriertes Arbeiten zu fördern, diente auch die Einführung eines fächerübergreifenden Methodencurriculums vor fünf Jahren. Es vermittelt den Schülern der Klassen 5-10 die elementaren Lern- und Arbeitstechniken und macht sie mit den wichtigsten Gesprächs- und Kooperationsformen vertraut. Hier spielen neben dem "Zusammenarbeiten" und der "Diskussion" vor allem Präsentationsmethoden eine immer wichtigere Rolle. Denn während das Referat noch vor wenigen Jahren eine freiwillige Leistung war, wurde es im Zuge der Bildungsreform nun als sogenannte GFS ("gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen") für alle Schüler ab Klasse 7 zur Pflicht. Die meisten Schüler entscheiden sich hier für eine Präsentation und stellen in einem längeren frei gehaltenen Vortrag ein von ihnen gewähltes Thema in der Klasse vor. Aus diesem Grunde hat sich das Kollegium am FEG entschlossen, auf Methodentagen an einem ganzen Vormittag zentral und fächerübergreifend die wichtigsten Kenntnisse und Fertigkeiten zur Ausarbeitung eines Referates in Form von Bausteinen zu vermitteln. Begonnen wurde in den Klassen 7 und 12.
Im Mittelpunkt der Methodentage stehen die Grundregeln der Rhetorik. Diese werden von den Schülern am Beispiel eigener Kurzreden erarbeitet, eingeübt und reflektiert. Darüber hinaus erfahren die Schüler, wie sich die an der Schule verfügbaren Medien einsetzen lassen, um die Inhalte ihres Referates so zu veranschaulichen, dass der Zuhörer sie besser aufnehmen und verstehen kann. Da die Schüler der Oberstufe neben der mündlichen Präsentation auch eine schriftliche Hausarbeit als Leistungsnachweis wählen, machen sie sich am Methodentag in 12 mit den wichtigsten Arbeitsschritten vertraut, die eine Hausarbeit erfordert. In Klasse 7 hat die Hausarbeit noch keine Bedeutung. Umso wichtiger ist es aber, den Schülern zu zeigen, wie sie bei der Erstellung des Referates Informationen aus Texten entnehmen und auf Karteikarten übersichtlich zusammenstellen. Diese dienen dann als Stichwortzettel und unterstützen den frei gehaltenen Vortrag.
Im Schuljahr 2007/08 ist ein neuer Methodentag in Klasse 9 hinzugekommen. Im Mittelpunkt steht das computergestützte Referat. Die Schüler erhalten eine Einführung in das Präsentationsprogramm PowerPoint und gestalten dann mit Hilfe dieses Programms einen Kurzvortrag. Einen weiteren Schwerpunkt bilden der Formel-Editor und das Zeichenprogramm von Word. Beide sind für Referate mit naturwissenschaftlich-mathematischen Inhalten eine wichtige Hilfe.
(Stefan Wilking)
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