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"Dialogues des Carmélites" im Religionsunterricht – ein Werkstattbericht

Im Rahmen des Religionsunterrichtes begann am 23. April mit dem Besuch von Frau Gabor von den Staatstheatern der Workshop über Francis Poulencs Oper "Dialogues des Carmélites" (Gespräche der Karmeliterinnen), welche am 26. Januar 1957 im Teatro alla Scala in Mailand uraufgeführt wurde. Sie erzählt vor dem historischen Hintergrund der Französischen Revolution die Geschichte der jungen Blanche, die im Kloster Zuflucht vor ihren heftigen Angstattacken sucht und schließlich gemeinsam mit ihren Mitschwestern auf dem Schafott den Märtyrertod stirbt. Die Themen, die dieses Werk für den Religionsunterricht interessant machen, sind die existentiellen Fragen von Leben und Tod, von Glaube und persönlichem Bekenntnis.

Nachdem wir uns im Schülerhaus zusammengefunden hatten, begann der 2-stündige Workshop. Zuerst erhielten wir von Frau Gabor ein paar allgemeine Informationen über den Karmeliterorden. Anschließend wurde unser Geschichtswissen getestet, wobei wir die politischen Umstände, unter denen die Oper spielt, besprachen: die Französische Revolution.

Als nächster Punkt war eine Einführung ins Stück geplant. Frau Gabor gab kompakt den Inhalt der Oper wieder und ging dabei auch auf die Protagonisten des Stückes ein. Jedem von uns wurde eine Person der Oper zugeordnet, und wir mussten ein Portrait erstellen, so dass wir uns schnell und leicht in die Personen hineinversetzen konnten.

Danach musizierten wir in mehreren Gruppen: zwei mit Trommeln ausgestattete Schüler jagten eine Blanche und spielten bedrohliche Musik, um ihre Angst darzustellen. Sobald sich Blanche jedoch in einen der zwei Personenkreise, welche symbolisch für das Kloster stehen, begab, verstummten die Trommeln und es wurde sanft und beruhigend musiziert.

Im letzten Part des Vormittags wurden wir wieder in Gruppen eingeteilt, um diverse Szenen der Oper nachzuspielen.

Anderthalb Wochen später war es dann so weit. Wir trafen uns am Freitagabend um kurz vor 8 vor dem Opernhaus und begaben uns auf unsere Plätze im obersten Rang. Die Aufführung war gut besucht, jedoch zog sie sich nach der Pause etwas in die Länge. Eindringlich war jedoch die Schlussszene, in der die zum Tode verurteilten Nonnen singend das Schafott besteigen und nacheinander durch das Fallbeil sterben, dafür, dass sie ihrem Glauben nicht abgeschworen haben.

Wiederum eineinhalb Wochen später trafen wir uns am Mittwochnachmittag zur Nachbesprechung, die von Herr Koen Bollen, einem Dramaturgieassistenten der Oper geleitet wurde. Zu Beginn besprachen wir noch mal den Inhalt des Stückes, doch diesmal versuchten wir auch die Handlung zu interpretieren. Außerdem legte Herr Bollen viel Wert auf die Unterschiede zwischen der Aufführung und der eigentlichen Geschichte, weshalb wir auch Thomas Bischoffs Inszenierung genauer besprachen. Mit der Klärung von noch verbliebenen Fragen schlossen wir dann gemeinsam den Workshop ab.

Wir bedanken uns noch mal recht herzlich bei Frau Gabor und Herr Bollen von der Jungen Oper Stuttgart und unserem Religionslehrer Herrn Elser, ohne die wir diese Erfahrung nicht hätten machen können.

(Niklas Riesch, Carl Klaus, Kursstufe 2, © Foto: Elser)

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