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Lohengrin - Musikunterricht mal anders

Das Thema "Oper" ist im Musikunterricht am FEG an sich nichts Besonderes. Wir, die Schüler des Musikkurses 12 unter Leitung von Herrn Löthe, haben uns in diesem Schuljahr jedoch ausgiebiger mit dem Komplex Oper beschäftigt. Dabei haben wir alle verschiedenen Themenbereiche direkt in ihrem Entstehungsprozess recherchieren können, die für die Umsetzung einer Inszenierung relevant sind.
Mit freundlicher Unterstützung der Staatsoper Stuttgart durften wir die verschiedenen Abteilungen im Staatstheater besuchen und konnten so die Produktion der Inszenierung von Richard Wagners "Lohengrin" von den Vorbereitungen im Februar bis zur Premiere Ende März hautnah miterleben, ehe wir im April gemeinsam die Vorstellung besuchten.
Zunächst jedoch galt es, überhaupt zu wissen, um was es in Lohengrin geht. Dafür haben wir zum einen das Reclam-Heft gelesen und einzelne Stellen angehört, bevor wir richtig mit der Arbeit begannen. Außerdem haben wir parallel zu unseren Recherchen mit unseren Mitteln verschiedene Szenen im Unterricht nachgespielt und nachgesungen, so dass wir die einzelnen Charaktere und Zusammenhänge besser verstehen konnten.
Um die einzelnen Arbeitsbereiche der Oper vollständig abzudecken, bildeten wir verschiedene Teams, die dann die entsprechenden Personen im Staatstheater besucht und interviewt haben.
Die Bühnenbild-Gruppe beschäftigte sich mit der räumlichen Umsetzung Lohengrins. Dazu zählt neben dem Bühnenbildner auch die Bühnentechnik und das Licht. Die Chor/Solisten-Abteilung widmete sich den Aufgaben und der Arbeit der Sänger, insbesondere im Bezug auf Lohengrin, welche gesanglichen Herausforderungen hier zu bewältigen waren. Das Orchester-Team informierte sich über die instrumentale Umsetzung von Wagners Inszenierung, durfte mit dem Dirigenten der Aufführung sprechen und lernte dabei auch die ungeahnten und zugleich sehr interessanten Eigenarten der Musiker kennen. Auch die Öffentlichkeits- bzw. Pressearbeit wurde von einer Gruppe mitverfolgt. Unter anderem befragte die Gruppe verschiedene Leute über ihre Meinung von der Oper, woraus sich letztlich interessante Statistiken ergaben. Im Mittelpunkt der Inszenierung steht der Regisseur, folglich durfte eine Gruppe für ihn und die Dramaturgie (Dramaturg = Literatur-Sachverständiger) auch nicht fehlen. Sehr aufregend war für diese Gruppe, dass es bei Lohengrin interne Unstimmigkeiten gab, sodass der Regisseur noch vor der Premiere abgereist ist.
Um die Informationen, Fotos und sonstigen Materialien für den abschließenden Bericht zu erhalten, war es uns gestattet, nach Möglichkeit das Staatstheater zu besuchen, z.B. zu bestimmten Proben. Natürlich gingen wir da nicht immer vollzählig hin, da für jede Gruppe andere Proben und Personen relevant waren. So ging beispielsweise das Bühnenbild-Team bei Lichtproben und technischen Bühnenarbeiten zu den Proben, während für die Orchester-Gruppe die Musikproben viel wichtiger waren. Während der Besuche ergab sich auch die Möglichkeit, verschiedene Mitarbeiter zu interviewen und Schnappschüsse einzufangen, z.B. vom Ablauf der Bühnenbildarbeiten. Solch ein Besuch konnte gut und gerne auch mal länger als ein üblicher Schultag dauern, was den Spaß und Elan an dem Projekt jedoch nicht schmälerte.
Vor den Pfingstferien schließlich war es soweit: Die Teams legten innerhalb unseres Kurses sorgfältig ihre Präsentation aus und stellten ihr Thema vor. Hierbei gab man sich besonders Mühe, da – zur Freude der Schüler - eine Note für die Präsentation vergeben wurde und so auf eine Klausur verzichtet wurde. Alle Gruppen waren ausgesprochen kreativ, so spielte beispielsweise das Regie-Team kurzerhand selbst Regisseur und hielt dies in einer unterhaltsamen Fotostory fest.
Unser abschließender Besuch von Lohengrin war ein wahres Highlight: Alle waren feierlich angezogen und hoch motiviert, mehr als vier Stunden Musik und Theater durchzuhalten, was den meisten auch gelang. Endlich konnten wir sehen, was letztendlich aus dem geworden ist, was wir lange Zeit verfolgten und dokumentierten.
Insgesamt also war das Projekt "Lohengrin" für alle Beteiligten ein äußerst spannendes Erlebnis und für viele Schüler eine völlig neue Erfahrung. Wir möchten der Staatsoper Stuttgart und ganz besonders Frau Ursula Gessart dafür danken, dass uns solch tolle und neue Einblicke in die Oper ermöglicht wurden.
(Sascha Krstanovic, 12)

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