Pädagogischer Tag 2008 - "Kommunikation"
Der Pädagogische Tag im Schuljahr 2007/2008 stand im Zeichen der Kommunikation. Dies zeigte sich nicht nur am Thema, sondern bereits daran, dass nicht nur die Lehrerinnen und Lehrer der Schule, sondern auch viele Eltern unter der Moderation von vier Psychologen der Schulpsychologischen Beratungsstelle Stuttgart am FEG zusammenkamen. Der Vormittag hatte das Ziel, die Gesprächskompetenz von Lehrern und Eltern zu stärken, um ihnen mehr Sicherheit auch für schwierige Gespräche zu geben. Dabei ging es erstens darum, sich die Voraussetzungen einer konstruktiven und Problem lösenden Gesprächsführung anzueignen. In einem zweiten Teil erprobten die Teilnehmer ihre neu erworbenen Fähigkeiten in konkreten Gesprächssituationen. Hier bot sich auch die Gelegenheit, das eigene Gesprächsverhalten kritisch zu reflektieren. Der Nachmittag konzentrierte sich auf die entscheidende Frage, in welchen Bereichen die Zusammenarbeit innerhalb des Kollegiums und zwischen Eltern und Lehrern erfolgreich ist und an welchen Stellen es noch Verbesserungsbedarf gibt.Der Informationsaustausch auf den Elternabenden bzw. im Elternbeirat und die Zusammenarbeit bei schulischen Veranstaltungen werden von allen Eltern als gut befunden. Das zeigte der Fragebogen, den sie in Vorbereitung auf den Pädagogischen Tag beantwortet hatten. Diese Einschätzung wurde auch von der aus Eltern und Lehrern zusammengesetzten Arbeitsgruppe am Pädagogischen Tag bestätigt. Die Lehrer hoben das große Engagement der Eltern hervor. Dieses zeigte sich vor allem darin, dass sie schulische Veranstaltungen organisatorisch und inhaltlich unterstützen. Die Eltern ihrerseits lobten die Offenheit des Kollegiums, die gute Atmosphäre an der Schule und die regelmäßigen Elternbriefe, die sie stets über das Schulgeschehen auf dem Laufenden halte.
Doch bei allem Lob wurden auch die Probleme angesprochen und über eine Lösung nachgedacht. Bereits der Fragebogen wies darauf hin, dass die Eltern sich wünschen, besser und schneller über die Leistungen und das Verhalten ihrer Kinder im Unterricht informiert zu werden. Dazu hat die Arbeitsgruppe aus Eltern und Lehrern mehrere Lösungen zur Diskussion gestellt: So schlägt sie vor, dass alle relevanten Informationen, die den einzelnen Schüler betreffen, unmittelbar an die Eltern weitergegeben werden sollen. Neben die telefonische Benachrichtigung könnte hier die E-Mail treten, über die Eltern und Lehrer sich unmittelbar austauschen können. Auch ein so genanntes "Schülerheft" dient diesem Ziel. Es ist vom Schüler stets mitzuführen und wird von Eltern und Lehrern in regelmäßigen Abständen eingesehen. Darüber hinaus wird auch auf die Sprechstunden der Lehrer hingewiesen. Gerade bei Problemfällen sollten die Eltern diese nutzen, um mit dem Lehrer in einem ausführlichen Gespräch gemeinsam eine Lösung zu finden. Ein weiterer Vorschlag betrifft die Klassenkonferenz. Die in der Klasse unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen sollen sich öfter zusammenfinden, um sich gegenseitig über das Verhalten und den Leistungsstand einzelner Schüler zu informieren.
Neben der Arbeitsgruppe aus Eltern und Lehrern berieten auch die Lehrerinnen und Lehrer untereinander und mit der Schulleitung, wie sich die Kommunikation am FEG gestaltet. Besonders hervorgehoben wurden hier der freundliche bzw. freundschaftliche Umgang, die Hilfsbereitschaft und die Kollegialität, die die Atmosphäre im Kollegium bestimmen. Ein ausführlicher Erfahrungsaustausch und eine intensive Zusammenarbeit sind wünschenswert, scheitern aber nach Meinung der Kollegen an der hohen Arbeitsbelastung durch den Unterricht. Für eine umfassende Kooperation bleibe daher wenig Zeit. Eine Lösung scheint hier vorerst nicht in Sicht.
Was für die Atmosphäre im Kollegium gilt, gilt auch für das Verhältnis zur Schulleitung. Die Schulleitung pflegt einen kooperativen Führungsstil, der durch Respekt und Freundlichkeit geprägt ist, und den Kollegen viel Freiraum zur individuellen Ausgestaltung lässt. Die Schulleitung ist offen und gesprächsbereit und zeigt viel Verständnis für die Probleme einzelner Kolleginnen und Kollegen. Zu verbessern ist aber auch hier der Informationsaustausch. Das Kollegium wünscht sich mehr Transparenz und bei anstehenden Entscheidungen mehr Beteiligung. Dazu hat die Arbeitsgruppe aus Lehrern und Schulleitung mehrere Ideen vorgestellt: So schlägt sie vor, dass man in einer wöchentlichen Dienstbesprechung das Kollegium über alle wichtigen Angelegenheiten informieren könnte. Auch per E-Mail, über ein Intranet oder über eine ausliegende Infomappe ließen sich die Lehrer schneller und ausführlicher in Kenntnis setzen. Gleichzeitig würde dieser Austausch, so die Arbeitsgruppe, die Gesamtlehrerkonferenz (GLK) entlasten. Dadurch stünde mehr Zeit für ausführliche Diskussionen zur Verfügung. Insbesondere für die GLK fordert die Arbeitsgruppe dazu auf, dass jede Kollegin und jeder Kollege offen und couragiert seine Meinung vertritt und tolerant gegenüber Gegenmeinungen einen konstruktiven Dialog führt.
Welche Lösungsvorschläge sich letztlich in welcher Weise umsetzen lassen, muss im nächsten Schuljahr auf den Elternabenden bzw. im Elternbeirat und in der Gesamtlehrerkonferenz beraten, ausgearbeitet und entschieden werden. Denn der Pädagogische Tag, und darüber waren sich Eltern und Lehrer von vornherein im Klaren, konnte nur der Anfang für eine Weiterentwicklung am FEG sein.
(Stefan Wilking)
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