FEG-Stützpunkt NwT wird aktiv
I. FEG-Unterrichtsprojekte in NwT als "Best-Practice-Beispiele"Großes Interesse löste die Präsentation der FEG-Unterrichtsprojekte "Zeit", "Forensik" und "Modell-Segelboot" bei der 2. Fachtagung NwT am 13. März 2009 an der Hochschule Heilbronn aus. Die NwT-Fachtagung dient der Koordination und Weiterentwicklung des neuen Faches in Baden-Württemberg.
Die Tagungsteilnehmer aus Industrie, Ministerium, Regierungspräsidium, Hochschule und Gymnasien aus der Region Stuttgart-Heilbronn konnten sich zusätzlich zu den theoretischen Vorträgen an "Best-Practice-Beispielen" informieren, wie naturwissenschaftlich-technischer Unterricht anschaulich werden und gelingen kann.

Als besonders spannend empfanden die Tagungsteilnehmer an den FEG-Projekten, dass diese die Phantasie der Schülerinnen und Schüler besonders ansprachen ("Kriminaltechnik", "Segelboot") und neben der technischen Herangehensweise auch astronomische, historische und philosophische Verknüpfungen ermöglichen ("Zeit", "Schifffahrt").

II. Fortbildungsangebot durch die Stützpunktschule FEG
Als Stützpunktschule wurde das FEG von verschiedenen Stellen angefragt, ob über die Ausstellung in Heilbronn hinaus die Beispiele weitergegeben werden könnten. In dem Ausbildungszentrum für neue Gymnasiallehrer, dem Seminar in Esslingen, hat Frau Stefanie Gröpl im laufenden Schuljahr das Unterrichtsmodul "Zeit" den Referendaren vorgestellt und erläutert. Auch für das nächste Schuljahr gibt es bereits Anfragen. So werden im kommenden Schuljahr neben der oben erwähnten Erläuterung für die Referendare die Module "Zeit" und "Forensik" in mehreren Lehrerfortbildungen weiteren Kollegen nahegebracht. Vom NwT-Stützpunkt Friedrich-Eugens-Gymnasium konnten so aus der Unterrichtspraxis heraus inhaltliche Impulse für das naturwissenschaftliche Hauptfach an weitere Kollegen und Schulen gegeben werden.
III Stützpunkt FEG und Partnerschulen: Probelauf am Wilhelms-Gymnasium
Im NwT-Bereich gibt es Themen und Unterrichtsprojekte, welche besondere Anforderungen an Geräte und Durchführung stellen. Nicht jedes Gymnasium kann seine Ausstattung entsprechend erweitern. Das FEG will deswegen als Stützpunktschule anderen Partnerschulen kleine (aber feine) Geräte ausleihen, so dass diesen besondere Versuche doch noch ermöglicht werden. Nach Fertigstellung des neuen NwT-Fachraums könnten einzelne Versuche von der Partner-Schule auch am FEG durchgeführt werden.
Eine erste Kooperation ergab sich mit dem Degerlocher Wilhelms-Gymnasium. Auch dort wird das Fach NwT mit Engagement unterrichtet. Historisch betrachtet entstammen FEG und WhG derselben Wurzel, denn als im 19.Jhd mit über 1400 Schülern die naturwissenschaftlich orientierte Stuttgarter Schule nachfragebedingt "explodierte", wurde sie durch Teilung vergrößert. Herzog Friedrich Eugen 1796 als Gründer und König Wilhelm II 1896 als Erweiterer wurden Namensgeber beider weiterhin erfolgreichen Schulen. Fachleiter OStD Schmalz und OStR Vollmer planten gemeinsam mit OStRín Gröpl und OStR Jurich einen ersten Probelauf. Vor allem sollte erprobt werden, wie neue Konzepte und Anregungen in den laufenden Schulbetrieb so eingebracht werden können, dass der zusätzliche zeitliche und organisatorische Aufwand für beide Schulen nicht zur Belastung, sondern zur Bereicherung wird.
Ob die Versuche, die an der Universität Karlsruhe entwickelt wurden, Schülerinnen und Schülern überhaupt in angemessener Zeit zugänglich sind, wurde am FEG zunächst selbst erprobt. Es stellte sich leider heraus, dass einige Geräte ausgetauscht oder modifiziert werden mussten, um die Spezialausstattung einer Universität ersetzen zu können. Baumarktutensilien, chemische Hilfsstoffe, ja sogar verschreibungspflichtige Medikamente wurden erprobt, verworfen, gewechselt, bis schließlich ein Zirkel von acht besonderen Versuchen gebildet war, die zumindest in der Lehrerhand vielversprechend funktionierten. Anschließend wurden die Versuche für Schülerwahrnehmung und Schülerexperimentierverhalten ausgebaut, spezielle Versuchsbeschreibungen und Anleitungen erstellt. Für die moderne Messwerterfassung mit Leitfähigkeitssensoren und Spektralfotometern wurden Computerprogramme zur Messwerterfassung modifiziert und spezielle Hintergrunddateien so angelegt, dass die Schüler per Mausklick bereits während der Messung Daten und Schaubilder ihres Versuches auf den Bildschirm "zaubern" können. Diese attraktive Anwendung motiviert die Schüler, ihre in Physik, Chemie und Biologie mühsam erworbenen Kenntnisse in der Anwendung in neuem Licht positiv eingesetzt zu sehen. In der Klasse 10c des FEG bewährten sich die Versuche so weitgehend (einiges musste noch haltbarer für die Schülerhand gestaltet werden), dass am 7. und 14.Juli am WhG der erste Einsatz außerhalb des FEG starten konnte.
Das WhG hatte extra jeweils vier zusammenhängende Vormittagsstunden "freigeschaufelt". Wie würden die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 9 reagieren? Würden sie mit den fremden Lehrern und Schülern als "Coaches" klarkommen? Reicht die Motivation für zweimal vier Stunden konzentriertes Arbeiten am Schuljahresende? Geht auch ja kein Spezialgerät beim Transport in letzter Sekunde noch kaputt? – Nach den ersten Stunden die Erleichterung: alles hat funktioniert, die Schülerinnen und Schüler haben konzentriert experimentiert, die Rückmeldungen sind positiv.
Vor allem der Einsatz und das Know-How der vier FEG-Schüler Coaches wurde als sinnvoll und angenehm empfunden. Und Herr Vollmer wird die Versuche im nächsten Jahr von Anfang an in seinen Unterricht einplanen – die Kooperation zwischen Stützpunkt- und Partner-Schule ist erfolgreich in die Wege geleitet worden.
( Stefanie Gröpl und Norbert Jurich)
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