Projektwoche Thema "Seife"
Die Klasse 8c führte in diesem Jahr ihre (bildungsplanbezogene) Projektwoche in den Fächern Chemie und Biologie durch. Das Kernthema war "Seife", als weitere Themen wurden Wasserdampfdestillation sowie Haut und Hautpflege behandelt.> 1. Tag bei Pustefix
> 2. Tag wieder in der Schule
1. Tag: Betriebsführung bei der Firma "Pustefix" in Kilchberg bei Tübingen
Aus der Homepage der Firma: "Bereits vor über 5000 Jahren haben die Sumerer im Alten Orient die Seife erfunden und seitdem faszinieren Seifenblasen auch die Menschen auf der ganzen Welt. In der Malerei werden Seifenblasen schon seit Hunderten von Jahren als Kinderspiel aber auch als Symbol der Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit dargestellt. Form, Farbe und Bewegung von Seifenblasen haben die Menschen schon immer begeistert. Auf alten Gemälden wird mit einem Strohhalm oder aus der Meerschaumpfeife eine einzige dieser bunten Wunderkugeln gepustet. Das Seifenwasser wird dabei immer in einem separaten Napf angerührt und bereitgehalten.
1948. In Deutschland herrscht nach dem Krieg Hunger und Not. Städte und Fabriken liegen in Schutt und Asche. Das Geld ist nichts wert, der Tauschhandel blüht. Der Chemiker Dr. Rolf Hein experimentiert mit Waschmitteln, zum Tausch gegen Lebensmittel bei den Bauern im Umland von Tübingen. Er findet dabei auch eine Flüssigkeit, die sich hervorragend für Seifenblasen eignet. Die Faszination der bunt schillernden, leicht schwebenden Pusteblasen will Dr. Hein alle Kinder ohne die früheren Mühen erleben lassen. Dabei verfolgte er von Anfang an den Gedanken, ein gebrauchsfertiges Spiel zu schaffen, mit dem ohne große Vorbereitung fix und fertige Seifenblasen gepustet werden können. Der Aufschwung der Wirtschaft mit der Einführung der Deutschen Mark ermutigte ihn daher zur Gründung einer Spielwaren-Fertigung. Mit dem beliebten gelben Teddybären seiner Kinder als Symbol wurde die Marke PUSTEFIX für Seifenblasen geschaffen."
Heute ist Pustefix, wie wir erfahren haben, ein kleines Unternehmen mit 25 Mitarbeitern, einem Umsatz von 3-5 Millionen Euro und stellt im Jahr ca. 650000 Liter Seifenblasenflüssigkeit her, die in 50 Ländern verkauft wird.
Bilder zum Besuch der Firma Pustefix: > Galerieseite
Tag 2: Seifenherstellung, Wasserdampfdestillation (Chemie) / Haut und Hautpflege (Biologie)
Obwohl Seife und die Verseifungsreaktion eigentlich zur organischen Chemie gehören, die normalerweise erst in der 10. Klasse behandelt wird, hat das Thema dennoch viele Aspekte berührt, die auch im regulären Unterricht Thema sind und waren. Zudem wurden durch Wasserdampfdestillation Duftöle extrahiert, was eine gute Ergänzung zum Themenbereich "Mischen und Trennen" war.
Die Herstellung der Seife begann mit dem Schmelzen von Pflanzenfett. Wir haben gehärtetes Fett (z.B. Palmin, Sonnenblumenmargarine) verwendet, weil man die Seife schneller verwenden kann, als wenn sie aus Pflanzenöl hergestellt wird.
Bild 1: Schmelzen von Pflanzenfett
Als nächstes mussten anhand einer Verseifungstabelle die passenden Mengen an Natronlauge und Wasser berechnet werden. Nach Zugabe der Lauge musste zügig weitergearbeitet werden, da die Verseifung sofort begann und die Masse zähflüssig wurde.
Bild 2: Zugabe der Lauge.
Es folgte das Färben und Beduften der Seifenmasse sowie das Abfüllen in Formen. Die Seife war nun fertig und musste nur noch zwei Tage reifen, um milder (=weniger alkalisch) zu werden.

Bilder 3 und 4: Farb- und Duftstoffzugabe und Abfüllen der Seifenmasse.
Bilder 5 und 6: Fertige Seifen.
Parallel zur Seifenherstellung wurden ätherische Öle aus Zitrusschalen, Gewürzen oder Schokolade (wenig erfolgreich) hergestellt.
Bild 8: Wasserdampfdestillation.
Parallel zu den im Chemiesaal durchgeführten Versuchen wurden im Biologiesaal die Themen Haut und Hautpflege theoretisch und praktisch behandelt. Am dritten Tag, der gleichzeitig der Tag der offenen Tür war, wurden Poster angefertigt, auf denen den Besuchern die Themen anschaulich erklärt wurden, außerdem war eine WasserdampfDestillationsanlage aufgebaut und die Besucher konnten die selbst hergestellte Seife in Augenschein nehmen und gegen eine Spende in die Klassenkasse auch mit nach Hause nehmen.
(Sebastian Fettig)
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