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Sozialpraktikum 2009

Vom Umgang mit der Diagnose "Schizophrenie"
Für unser Sozialpraktikum im März waren wir in einer psychiatrischen Einrichtung, genauer gesagt in einem Gemeindepsychiatrischen Zentrum.
Wir möchten den Bericht mit einer bestimmten Absicht schreiben: nämlich, dass man sich erst einmal mit Menschen beschäftigten sollte, bevor man sich eine Traumwelt voller schlechter Stigmata bildet, die festgefahren in einem schlummern. Die Reaktionen der Allgemeinbevölkerung auf Patienten mit psychiatrischen Krankheiten und speziell mit der Diagnose "Schizophrenie" sind geprägt von dem der Krankheit anhaftenden Stigma. Wir dachten, die  Betroffenen haben negative Eigenschaften, wie eine erhöhte Aggressivität, Gefährlichkeit, Unberechenbarkeit und reduzierte Intelligenz, gepaart mit mangelnder Selbstkontrolle und geringer Disziplin. Gängige Vorurteile folgen daraus, wie Unverständnis, Unsicherheit, Angst, Misstrauen und daraus resultierender Ablehnung. Dies sind leider die gängigen Stereotypen unserer heutigen Gesellschaft.
So dachten wir zunächst auch, als wir das psychiatrische Zentrum betraten, aber schon nach den ersten Minuten war klar, dass wir uns hier wohlfühlen würden, da uns alle Leute ganz herzlich begrüßten. Frau Schweizer, unsere freundliche und nette Betreuerin für diese Woche in der "anderen Welt", zeigte uns erstmal das ganze Zentrum, sowie die verschiedenen Bereiche, wie zum Beispiel den gerontopsychiatrischen Dienst, der auch GerBera genannt wird.
Der gerontopsychiatrische Dienst beschäftigt sich mit älteren Menschen und ihren psychischen Erkrankungen, es wird versucht die Selbständigkeit der Betroffenen zu erhalten, ihr gesundheitliches Befinden zu verbessern und ihre Lebenszufriedenheit zu steigern.
Jeder von uns bekam sein persönliches Wochenprogramm, welches Hausbesuche, Filmnachmittag & Kochen mit den Betroffenen und Brunch miteinschloss. Durch diese Aktivitäten mit den Leuten wurde uns schnell bewusst, dass die Leute im Zentrum genauso waren wie wir. Zwar haben sie psychische Krankheiten, die ihren Alltag erschweren, aber dennoch sind sie genauso wie andere Menschen auch. Besonders einschneidend war ein Erlebnis, als wir mit einen Mann "Mensch ärger dich nicht" gespielt haben, da er genauso wie wir daran Freude hatte und uns mehrere Male in diesem Spiel schlug.
Wir haben gelernt unsere Ängste und Vorurteile zu überwinden. Außerdem haben wir viele Eindrücke von einer aus unserer Gesellschaft ausgeschlossenen Gemeinschaft gesammelt und deshalb ist es uns umso deutlicher geworden, dass es im Leben auf Toleranz, Achtung, Respekt und  Empathie ankommt und dass man seine Vorurteile immer bedenken sollte, bevor man sie an andere weitergibt und sich ein schlechtes Bild bildet über jemanden, den man nicht einmal kennt.
Alles in allem finden wir, dass ein Sozialpraktikum sinnvoll ist. Es hat uns Spaß gemacht.

Kautar Bouslah (11c) und Claudia Rudolphi (11b)


Bericht vom Schuljahr 2009/10: > Ein Erfahrungsbericht
Bericht vom Schuljahr 2007/08: > Sozialpraktikum

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