Studienfahrt der Klassenstufe 12 nach Amsterdam: 11.07.-15.07.2011
I am Amsterdam!Nachdem alle frühmorgens pünktlich am Bahnhof waren, wurden unsere Vorfreude und anfängliche Euphorie zunächst getrübt durch Anreiseverzögerungen (was aber bekanntlich bei der Deutschen Bahn nichts Neues ist). Zuerst standen wir eine halbe Stunde auf dem Stuttgarter Bahnhof herum und fuhren nicht los, später warteten wir fast drei Stunden in Frankfurt auf unserern Anschlusszug. Auch unser Begrüßungskomitee am Amsterdamer Bahnhof, bestehend aus einem riesigen Schwarm fliegender Ameisen (Paarungszeit!) und einer Jugendgruppe opfriger Hinterdupflinger (T- Shirt Aufdruck: "Amsterdam – Wer sich erinnern kann, war nicht dabei") vermittelten uns zunächst keinen unbedingt positiven Eindruck der holländischen Weltstadt.
Das sollte sich jedoch sehr bald ändern.

Nachdem wir standardgemäß unsere Zimmer im Hostel "Stayokay" bezogen hatten, lernten wir während einer Stadtrallye in 3er-Gruppen den Charme Amsterdams kennen. Die Motivation die anspruchsvollen Fragen von Frau Elfe und Frau Timmermann zu beantworten war groß, denn den Schnellsten winkte ein sagenhaft einzigartiger Preis, auf den hinterher viele neidisch waren!
Am zweiten Tag durften wir Amsterdams Kulisse bei einer ausgedehnten Grachtenfahrt (Grachten nennt man die holländischen Stadtkanäle) bewundern und danach im idyllischen Vondelpark entspannen. Andere stärkten sich mit holländischen Pfannkuchen und Poffertjes. Darauf folgte eine außerordentlich gut durchdachte Stadtführung durch Amsterdams Rotlichtviertel, geleitet von einem enthusiastischen Reiseführer in seinen besten Jahren. Allerdings machte allen die aufgestaute Hitze in den Straßen zu schaffen.
Natürlich durfte auf unserer Amsterdam-Reise eine Führung durch das berühmte Anne-Frank-Haus nicht fehlen und so erlebten wir am Mittwoch einen interessanten Vortrag mit anschließend bewegender Besichtigung des engräumigen Hinterhauses, in welchem sich die jüdische Familie Frank jahrelang vor den Nazis versteckt gehalten hatte, bis sie schließlich doch verraten wurde. Das entdeckte Tagebuch der damals 13-jährigen Anne Frank, die später im KZ Bergen-Belsen ermordet wurde, wurde nach dem Krieg an ihren Vater übergeben, der als einziger den Holocaust überlebt hatte. Inzwischen wurde es in mehr als 50 Sprachen übersetzt und ist weltweit bekannt. Der restliche Tag stand uns zur freien Verfügung und wurde vielseitig zum Shoppen und Ausruhen genutzt.
Erschöpft von der langen Nacht konnten wir am nächsten Tag dem Rijksmuseum nicht genügend kulturelles Engagement entgegenbringen, waren jedoch trotzdem von einigen Gemälden, wie zum Beispiel der berühmten "Nachtwache" von Rembrandt, ziemlich beeindruckt. Leider hatten die Flohmärkte, für die Amsterdam bekannt ist, aufgrund des schlechten Wetters an diesem Tag frühzeitig geschlossen, jedoch fanden sich ausreichend Ausweichmöglichkeiten, den restlichen Tag unterhaltsam zu gestalten. Frau Timmermann und Frau Elfe hatten sich in der "Kaaskamer" mit Tonnen holländischen Käses eingedeckt, der auf der Rückfahrt im Rucksack immer schwerer wurde.
Am Morgen unserer Abreise waren alle damit beschäftigt letzte Souvenirs und landestypische Spezialitäten zu besorgen und letzte Erinnerungsfotos in der wunderschönen Stadt zu schießen. Manche genossen auch noch ein kleines Schläfchen in der Sonne des Innenhofs des Amsterdam Museums. Dann ging es auch schon zurück zur Centraal Station. Da unser Anschlusszug beim Umsteigen in Düsseldorf bereits abgefahren war, mussten wir im nächsten Zug reservierte Plätze gegen Steh- und Kofferplätze eintauschen. Manche holten ihren Schlaf auch einfach unter den Tischen des Bordbistros nach. Nicht so schlimm, denn trotz einigem Kopfzerbrechen, das uns die Deutsche Bahn bescherte, blieb uns die unvergessliche Woche in Amsterdam in durchweg schöner Erinnerung.Dafür bedanken wir uns alle auch sehr bei unseren begleitenden Lehrerinnen Frau Timmermann und Frau Elfe, die uns, ganz passend zur holländischen Landesmentalität, locker und humorvoll zu dieser einmaligen Erfahrung verholfen haben!
(Janette Helm & Leonie Möck, KS I)
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