"Sequimini!" – Die Lateiner in Trier
"Sequimini". (lat.: folgt mir/uns). Dies war wohl das am häufigsten verwendete Wort an unserem Wochenende in Trier. Am Freitag, den 24. Juli 2009, fuhr um 7.37 Uhr unser Zug am Stuttgarter Hauptbahnhof los. Knapp fünf Stunden später waren wir dann auch schon am Ziel. Zuerst mussten wir quer durch Trier laufen, um zu unserer Jugendherberge am Moselufer zu kommen, wo wir dann schnell unser Gepäck abstellten, unsere schönen Zimmer bezogen und auch schon wieder losgingen zur ersten Sehenswürdigkeit – zur Porta Nigra, dem Wahrzeichen Triers. Nachdem wir ein Kurzreferat über das größte römisches Stadttor außerhalb Roms gehört hatten, durften wir alle hinaufsteigen und Trier von etwas weiter oben betrachten. Dort trafen wir dann auch auf einige "Römer", die die lateinische Sprache allerdings nicht so gut beherrschten. Wir dagegen konnten einige Inschriften, die aus der Zeit stammten, als in der Porta zwei Kirchen waren, entziffern. Danach ging es noch ins Simeonstift, das nach einem griechischen Einsiedler aus dem 11. Jahrhundert benannt worden war, der sich im Ostturm der Porta einmauern ließ. Dort bekamen wir ein Modell des mittelalterlichen Trier und viele Kunstschätze zu sehen.Nach der Museumsbesichtigung hatten wir noch etwas Freizeit, bevor wir zu den Barbarathermen gingen, einer riesigen Thermenanlage, die im 2. Jahrhundert nach Christus errichtet worden ist. Von den Barbarathermen gingen wir in ein Restaurant gemütlich essen, wobei aber einige von uns nicht ganz zufrieden waren, weil das Baguette etwas modrig um nicht zu sagen "antik" schmeckte. Schließlich ging es dann an der Mosel entlang, vorbei an der Römerbrücke, die ihren Ursprung schon im Jahr 16 v.Chr. hat und vorbei an mittelalterlichen Krananlagen zurück zur Jugendherberge, wo nach einigen Zimmerbesuchen und Gesprächen auch bald alle müde ins Bett fielen.
Der nächste Tag fing früh an. Um 7.45 Uhr mussten wir beim Frühstück sein, das mehr als üppig und abwechslungsreich war. So gut gestärkt konnten wir um 8.30 Uhr zu unserem ersten Ziel dieses Tages – zum Amphitheater- starten. Doch bis dorthin war es ein weiter Weg. Nach einem Kurzreferat über das Amphitheater durften wir uns dort umsehen und uns vorstellen, wie hier einst "spectacula" vor ca. 18 000 Zuschauern abgehalten wurden. Sehr beeindruckend waren die noch erhaltenen unterirdischen Anlagen, in denen Gladiatoren und Tiere auf ihren Auftritt in der Arena warteten. Danach ging es weiter zu den Kaiserthermen, einer weiteren riesigen Thermenanlage, die nie ganz vollendet und schließlich als Kaserne genutzt wurde. Leider verließ uns Herr Schleinzer zu diesem Zeitpunkt, da er noch anderen Verpflichtungen nachgehen musste. Doch wir ließen uns davon nicht die Stimmung verderben und gingen mit Frau Hill weiter zum Rheinischen Landesmuseum, wo wir verschiedene Ausgrabungsgegenstände wie Tongeschirr, Münzen und eine tolle Sammlung von römischen Gläsern besichtigen konnten. Außerdem durften wir dort römische Brettspiele ausprobieren. Dazu konnten wir uns von den Ausmaßen und dem Aussehen Triers in römischer Zeit ein Bild an einem Stadtmodell machen. Beeindruckend waren auch die riesigen Fußbodenmosaiken, die man in Trier und Umgebung gefunden hat, darunter eine Darstellung der neun Musen.
Nach der Mittagspause trafen wir uns vor dem Bischöflichen Museum neben dem Dom, um die konstantinischen Deckengemälde zu besichtigen. Ein Film über die Entdeckung und 25-jährige Restaurierung gab auch Einblicke in die kaiserzeitliche Baukunst. Die immer noch ungeheure Leuchtkraft der vor fast 1700 Jahren geschaffenen Wandmalereien faszinierte uns sehr. Anschließend kehrten wir zur Schiffsanlegestelle zurück, um unsere müden Füße bei einer Bootsfahrt auf der Mosel auszuruhen. Dabei erzählte uns der Kapitän noch allerlei Wissenswertes über Trier und seine Geschichte. Abends trafen wir uns zum gemeinsamen Pizzaessen. Nach einer kurzen Besprechung für den nächsten Tag und einigen Kurzreferaten war der Tag dann auch schon vorbei und wir gingen – manche früher, manche später – alle schlafen.
Nach einer kurzen Nacht begann dann auch schon unser letzter Tag. Nachdem alle gefrühstückt und ihre Zimmer geräumt hatten, ging es um kurz nach neun Uhr los zum Dom, wo die meisten von uns am Gottesdienst teilnahmen, der von einem Kirchenchor und toller Orgelmusik umrahmt wurde. Nach einem kurzen Besuch der Thermen am Viehmarkt und des Karl-Marx-Hauses mussten wir dann auch schon unser Gepäck aus der Jugendherberge holen und zum Bahnhof losgehen, wo unser Zug losbummelte. Nach dreimaligem Umsteigen und 6 Stunden Reisezeit waren dann doch alle ganz froh, als wir endlich wieder in Stuttgart waren. Das Wochenende in Trier hat uns allen sehr viel Spaß gemacht und wir bedanken uns nochmals ganz herzlich bei Frau Hill und Herrn Schleinzer, die diese Reise ermöglicht und auf sich genommen haben!
(Adam Nekola und Katharina Riehle, 10c)
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